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Hotelbewertung von Klaus Wöhler vom 05.03.2005
Die Anlage ist in dreigeschossiger Bauweise erstellt und gliedert
sich in etwa zehn Wohnblöcke. Jedes Zimmer hat einen Balkon, nicht
alle Zimmer haben Meerblick. Um den zentral gelegen Poolbereich
gliedern sich neben drei Wohnblöcken der Empfangsbereich, eine
sehr kleine Ladenzeile mit Souvenirläden, einem Friseur, einem
Medizinbereich, eine Geldwechselstube und ein Internetladen. Hinzu
kommen noch eine (zentrale) Bar, zwei Restaurants (Brasilianer
und Italiener) und der große Speisesaalbereich sowie ein Snack/Imbiss-Hütte,
die zentrale Animationsanlaufstelle (zugleich Ausgabestelle für
Badehandtücher und Brettspiele, ein Tresen für die Reiseleitungen
und ein Regieraum für die Animation. Außerhalb des unmittelbaren
Hotelbereichs befinden sich Tennisplätze, ein riesiger Golfplatz,
ein Basketballfeld und am Strand ein Beachvolleyballfeld.
Sitzgelegenheiten finden sich reichlich,Liegestühle sind um den
Pool herum reichlich vorhanden (150 Stck), leider fehlen Sonnenschirme,
wir haben nur 3 gesehen.
Die Anlage ist von einem parkähnlichen Grüngürtel umgeben, der
täglich durch Gärtner gepflegt wird.
Am Strand gibt es deutlich zu wenig Liegen, besonders dann, wenn
Sachsen und Rheinländer (und Kanadier) morgens um sieben die Badehandtücher
auf die Liegen zwecks Besitzanspruches legen. Aber es gibt genügend
der universellen, allgegenwärtigen weißen Plastikstapelstühle...
Wir haben als einzige unsere Fuerteventura-erprobten Strandmatten
benutzt, bis wir eine Liege hatten. Ferner gibt es 21 Sonnenschirme
(aus Palmenlaub) und reichlich Schatten spendende Palmen etwa
40 m von der Wasserlinie entfernt.
Lasse ich den Müllplatz, an dem ein- bis zweimal wöchentlich morgens
Unrat verbrannt wird, unberücksichtigt, gebe ich dem etwa 300
m langen zum Hotel zählenden Strand die Note 2, das gilt auch
für den sich in östlicher Richtung anschließenden ca 1,5 km langen
öffentlichen Strand.
Das Hotel liegt etwa 5 km östlich des Dorfes Rio San Juan. Etwa
80 Km von Puerto Plata entfernt. Zur Hauptstraße sind es vom Hotel
etwa 350m, zum Strand geht man vom Pool aus etwa 6 Minuten. Der
Strand ist nur über 88 Treppenstufen erreichbar, da das Hotel
auf einem ca. 25m über dem Meeresspiegel liegenden Felsplateau
liegt. (Gehbehinderte Menschen können nur mit Schwierigkeiten
zum Strand gelangen, wer auf einen Rollstuhl angewiesen ist, wird
auf den Strand, der zum Hotel gehört, verzichten müssen). Zum
Meer hin wird das Hotel durch den Golfplatz getrennt. Tagsüber
darf der Golfplatz nicht von Normalsterblichen betreten werden.
Abends ab 18.00 Uhr darf man jedoch drauf, vorher die Wachen freundlich
fragen, die sagen dann nicht nein. Es lohnt sich ein Abendspaziergang
bei untergehender Sonne allemal.
Abends irgendwo noch "Bummeln" ist nicht möglich. Der Spaziergang
nach Rio San Juan bei Dunkelheit ist angesichts des Straßenverkehrs
ein ziemliches Risiko, da die dortige Fahrweise nicht mit deutschen
oder europäischen Verhältnissen zu vergleichen ist. Zudem würde
der Ort abends nicht viel bieten und in den nächsten Ort Cabarete
(ca 30 Km) ist es zu weit.
Die Stromversorgung (110 V) wird durch einen Dieselgenerator sichergestellt,
wenn die öffentliche Versorgung unterbrochen ist. Deshalb möglichst
kein Zimmer im Block 1 Richtung Westen (Geräusche, Abgase)nehmen.
Verkehrsverbindungen:
Taxi in das 5 km entfernte Rio San Juan 25 US-$, öffentliches
"GUA-GUA" ca 30-40 Peso (1 US-$ = 26 Peso) !!!
GUA-GUA ist ein MUSS, wer in Kontakt / Gespräch zu Dominikanerinnen
und Dominikaner kommen will - toll , aber den Fahrpreis mit dem
Kassierer oder Fahrer aushandeln, weil der für die paar km bis
Rio San Juan erstmal 100 Peso haben will ! Ist aber kein Problem.
Verpflegung ist eher nordamerikanisch geprägt:
morgens Spiegeleier; Omlette; Bratwürstchenabschnitte, gebratene
Salami; andere warme Speisen, viel ortsübliches Obst (Ananas,
Bananen, Melonen, Orangen, Grapefruit, Papaya etc) zwei Wurst-
und Käsesorten (der manchmal an den Rändern schimmelig war) Joghurt,
2 Sorten Marmelade und eine Reihe von Weißbrotsorten und süßer
Kuchen.
mittags/nachmittags : Snacks / Pizza amerikanischer Art, nichts,
was einen Deutschen / Europäer zum Jubeln veranlassen könnte.
Pommes frites waren nur an 2 Tagen mittags "available". Hotdogs
gab's immer, ein paar Salate (Rohkost) gab's auch. Note 3
abends: wer sich nicht im brasilianischen oder italienischem Restaurant
anmeldet, isst dort, wo alle essen: in dem großen Speisesaal namens
Calypso: Die angebotenen Speisen sind meist dreitäglich gleich.
Gesamtnote: 3
Italiener: Note 2
Brasilianer: Note 2
Alles, was wir zu uns nahmen, vertrugen wir "magentechnisch" gut,
keine Probeme
Sauberkeit im Buffet- und Resaurantbereich Gesamtnote: 3
Getränke:
Es werden keine Markengetränke ausgeschenkt. In Drinks verarbeitet
hatte ich kein Problem damit. Die Cocktail-Liste umfasste etwa
12 alkoholische und 4 nichtalkoholische Drinks (Mischgetränke)
Säfte, Cola, 7up, Wasser waren immer verfügbar. Die Zusammensetzung
der Drinks variiert von Barkeeper zu Barkeeper(in) erheblich.
Lust am täglichen Probieren ist angesagt.
Gesamtnote 2-
Sauberkeit an der Bar: 4
Am Strand wurde Beach-Volleyball angeboten (toll um 12.30
bei mind. 30°C). Bananaboat 15 Min = 10 US-$, Jet-Ski 20 Min 50
US-$, Wasser-Ski 10 Min. = 20 US-$ . Unbenutzt standen ein kleiner
Katamaran und zwei, drei Surfausrüstungen am Strand, ohne je benutzt
worden zu sein.
Eine Anmerkung zu der sicher gut gemeinten aber absolut sehr einfach
gemachten Animation: Ich bin kein Mensch, der animiert werden
will, deshalb war es gut, dass die Animateure nach einem freundlichen
"no gracias" sogleich auch weitere Nachfragen einstellten. Was
jedoch an Animation in den Abendstunden geboten wurde, war einfachster
Kost. Wie gesagt, ich brauche es nicht. Jedoch kann sich niemand
angesichts der Lautstärke dem entziehen. Also: 20.30 - 21.00 Kinderdisco.
Jeden Abend dieselbe Musik. Jeden Abend dieselben handelnden immer
gleich tanzenden Personen ... und "ewig grüßt das Murmeltier"
so hieß doch der Film oder ?
21.30 Die "große" Show beginnt. Einzelheiten von auf die Schippe
genommenen Gästen, von schlecht gemachten playback-songs erspare
ich mir. Gott sei Dank - um spätestens 23.00 ist der Zauber vorüber.
Ein Abend war allerdings schön: Ein Dominikaner zauberte ein wenig
und ein anderer entwickelte sich zu Feuergeist ... zudem trat
noch ein Volkstanzgruppe mit Live-Musik auf. Karl Moik hätte sein
Freude gehabt.
Störend war insbesondere, dass die Musik auf der Bühne stets andere
war als an der Bar. Von der Bühne wie von der Bar wurde das Publikum
insoweit unterschiedlich beschallt. Merengue überall.
Wir haben zwei Zimmer kennengelernt: Beide waren sehr sauber;
das erste ziemlich abgewohnt. Das erste Zimmer war in der dritten
Etage gelegen und sozusagen unter Dach. Deswegen war auch die
Raumhöhe extrem. Es ging bis in den Giebel und somit war es "soundmäßig"
wie in der Kirche - kathedralenhaft...Raumhöhe bis zu 6 m !!!
(wenig gemütlich) Der Grund für den Umzug, der unproblematisch
war, lag in der Lautstärke der allnachmittäglichen und allabendlichen
Animation, die extrem laut für die Lage unsere Zimmers war. Deshalb
zogen wir am zweiten Tag um, weil an Nachtruhe in unserem dem
Pool zugewandten Zimmer nicht zu denken war. (02.00 Uhr Veranstaltungsende,
04.00 Uhr die letzten Betrunkenen [Kanadier] räumen das Feld.
Alle Flure des Hotels (wie auch die Zimmer) sind mit Bodenfliesen,
verputzten Wände und ebensolchen Decken ausgestattet. Wunderbare
Schallreflektoren. Wenn jemand um zwei Uhr morgens mit Badeschlappen
oder Stöckelschuhen über den Flur schreitet (oder schlappt / stöckelt)
ist das nicht nur wenig rücksichtsvoll, sondern auch extrem laut
und ein richtiger Wachmacher. Besonders wenn die Herr/Frauschaften
sturzbetrunken sind...
Zimmerservice 100%ig ok: innerhalb kurzer Zeit bekamen wir neue
Handtücher als 'mal welche fehlten. Die Sauberkeit der Zimmer
ist sehr gut - auch wenn die Schublade unseres Nachttischchens
nach -Verzeihung- Kotze stank.... man kann ja die Schublade geschlossen
halten... Das zweite Zimmer war im renovierten Block 4 und relativ
ruhig (im Vergleich zur ersten Bude). Das mich jeden Morgen um
4.30 ein Hahn, der aus Leibeskräften schrie, weckte, ist dem Hotel
nicht anzulasten. Leider gelang es mir nicht, das Vieh der Küche
zuzuführen. Ausstattung der Zimmer: Einbauschrank mit Miet-Safe
(840 Peso für 12 Tage, zwei große Doppelbetten, Tisch mit zwei
Stühlen, Kommode mit sechs Schubladen, Nachttisch, Telefon (3
Min nach Deutschland 80 Peso), Wanne = Dusche, einfaches Waschbecken
mit großem Spiegel, Toilette (amerikanische Bauart)
Ein Wort zum Personal: Stets freundlich, immer bemüht zu
helfen, "no problem...." dafür die Gesamtnote: 1
Es waren zu 80% Kanadier und US-Amerikaner unter den Gästen. Der
Rest verteilte sich auf Europa. Und Sachsen...
Leider zeigten sich die kanadischen Zeitgenossen von ihrer vermutlich
schlechtesten Seite. All Inclusive lockt offenbar viele, viele
Menschen an, die zu extremen Alkoholkonsum mit all den Folgen
neigen. Dafür kann das Hotel nix, aber gewünscht hätte ich mir
schon, wenn das Personal irgendwann eingegriffen hätte. War aber
für das Hotelpersonal wohl alles "no problem" . Auch über das
unmögliche Benehmen der Menschen aus Nordamerika bei Tisch könnte
ich bestimmt ein Buch schreiben - auch dafür kann das Hotel nichts.
Es bleibt folgender Eindruck dauerhaft bestehen:
Sehr freundliche, aufgeschlossene Menschen in der Dominikanischen
Republik laden zur Wiederkehr ein. Hier und da kann man auch als
"Touri" mit Pesos, zurückgelassenen "Allerweltsartikeln aus dem
Kulturtäschchen" und Bonbons für die Kinder helfen, um das wirkliche
Elend der Menschen in der Dritten / Vierten Welt dort vor Ort
nur um ein ganz winziges kleines bischen zu lindern. Das zwingt
vielleicht schon zur Wiederkehr. Die üppige Vegetation, ein goldiger
Sandstand, 28° C Wassertemperatur und 30°C laden allemal zur Wiederkehr
in dieser Jareszeit ein.
Das Hotel wird es sicher nicht mehr sein, all inclusive sicher
auch nicht, weil letzteres sehr stark auch Menschen anlockt, die
sich billig einen hinter die Binde kippen wollen - mit allen unangenehmen
Nebenwirkungen für mitreisende Zeitgenossen.
Abgesehen davon ist ein mittelprächtiges 3 Sterne-Hotel in Fuerteventura
deutlich besser. Aber zu bedenken ist immer wieder: Wir haben
in einem Land der Dritten Welt Urlaub gemacht, weshalb die Ansprüche
zu relativieren sind. Bei einem Preis von 1089 Euro pro Person
kann ich das Hotel gerade noch akzeptieren. Mehr nicht. Eine Weiterempfehlung
kann ich nicht geben.
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